schnur

Großmeister Wolfgang Schnur

Seine ca. fünfzigjährige Karriere als Kampfsportler startete Großmeister Schnur im Alter von 12 Jahren: er begann zu boxen. Sein Interesse wechselte dann und galt für einige Zeit verstärkt dem Judo Jujitsu und dem Shotokan-Karate. Nach Jahren des Karate unter anderen Lehrmeistern traf er Sensei Kanazawa und war sofort von der Perfektion, der Kompromisslosigkeit und von der Persönlichkeit dieses "wahren Meisters" begeistert. Er wurde ein persönlicher Schüler von Meister Kanazawa , da er die geistigen Fähigkeiten mitbrachte, die dieser von seinen persönlichen Schülern erwartete.

Diese Zeit prägte ihn sowohl mental als auch physisch. Insbesondere die Philosophie des Budo (der Weg des Kriegers) wurde von ihm nicht nur oberflächlich "gelernt", sondern gelebt.

Unter Meister Kanazawa gelang es Wolfgang Schnur, die Deutsche Vizemeisterschaft im freien Waffenkampf zu erringen. Bei dieser heute nicht mehr existierenden Wettkampfform des Karate ohne Gewichtsklassenunterteilung suchten sich die beiden Kontrahenten nacheinander 8 möglichen Waffen (u.a. Stock Dachlatte, Stuhl, Messer...) aus mit dem sie dann in Folge gegeneinander antraten, bis alle 8 Kämpfe ausgefochten waren. Wie im Heutigen rein waffenlosen Karate auch, war ein Kampf jeweils nach der Erlangung eines Punktes beendet. Der Sieger wurde nach dem Ende aller 8 Kämpfe und der Summierung der erlangten Punkte gekürt.

Er sammelte weiterhin Erfahrungen in Taekwondo, Kendo und im Iaido, da es seine Auffassung entspricht, dass man erst etwas über die Effektivität eines Budostils aussagen kann, wenn man eine Zeitlang praktiziert hat.

Ein erster Kontakt zu Großmeister Ernesto A. Presas kam auf einem von diesem in Deutschland abgehaltenen Lehrgang in der Bundesrepublik Deutschland zustande. Großmeister Wolfgang Schnur war sofort von der engen Verbindung zwischen den Waffentechniken des Modern Arnis-Systemes der I.P.M.A.F. von GM Presas, welches sich erheblich von anderen Arnis Systemen unterscheidet, und der konsequenten analogen Umsetzung in das waffenlose Mano Mano überzeugt. Außerdem beeindruckte ihn, dass Großmeister Presas ihn nicht zwang seine Vorbildung als Karateka zu vergessen, nur weil er jetzt Modern Arnis praktizierte. Es war Großmeister Schnur hingegen möglich, sich später als Fortgeschrittener (nach dem notwendigen Erlernen der Grundzüge des klassischen und Modernen Arnis und des fließenden Mano Mano) auf die eher harten (Karate-ähnlichen) Techniken, welche das Mano Mano System ebenfalls aufweist, zu konzentrieren und so seine eigene Identität zu behalten. Seit dieser Zeit pflegt er einen intensiven Kontakt mit Großmeister Ernesto Presas, und wurde u.a. auf den Phililppinen persönlich von ihm trainiert.

1993 ernannte Großmeister Ernesto A. Presas Wolfgang Schnur persönlich zu seinem einzigen legitimen Repräsentanten in Deutschland als auch zum Chiefinstructor für ganz Europa. Seine persönlichen Schwerpunkte in der Modern Arnis-Mano Mano-Ausbildung seiner Schüler legt Großmeister Schnur auf den philosophisch-geistigen Hintergrund des Budo sowie auf kompromisslose reale Anwendung einer jeden Technik im Ernstfall. So können Techniken aufgrund der persönlichen Voraussetzungen des Praktizierenden ( Größe, Gewicht, Geschlecht, Alter....) modifiziert werden, wenn dies notwendig erscheint. Jedoch sind alle technischen Abläufe so ausgereift, dass diese notwendigen Modifizierungen generell nur gering ausfallen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kampfsportlern, die eine Verteidigung gegen Messerangriffe unterrichten, kann Großmeister Schnur von sich behaupten, einmal selbst in einer echten Notwehrsituation einen mit einem Messer bewaffneten Angreifer gegenüber gestanden und überlebt zu haben. Dieses Erlebnis hatte einen so nachhaltigen Eindruck auf ihn, dass er begann, sich ernsthaft mit dem Thema Messer auseinanderzusetzen. In jahrelanger Kleinstarbeit erarbeitete er eine eigenständige Methode, deren Inhalt es ist, möglichst realitätsnah eine wirkungsvolle Verteidigung gegen diese äußerst gefährliche und unkalkulierte Nahkampfwaffe mit und ohne eigenen Waffen zu ermöglichen.
Das Ergebnis dieser jahrelangen Bemühungen ist ein System, welches vom 1. Deutschen Messer-Fachverband unterrichtet wird. Im realitätsnahen Unterricht wird in Strassenkleidung mit stumpfen und scharfen Metallmessern jeder Größe der Kampf gegen mit Messern bewaffnete(n) Anfreifer(n) gelehrt.
Dabei spielt es keine große Rolle zu vermitteln, dass man sich mit einer psychologisch richtigen Einstellung und der Erkenntnis, dass man eigentlich immer bewaffnet ist, dieser unkalkulierbaren Waffe stellen sollte - aber nur dann wenn eine Flucht aussichtslos oder unmöglich und Hilfe von aussen nicht zu erwarten ist.

Am 25.08.2001 wurde Meister Schnur eine große Ehre zu Teil: Großmeister Ernesto A. Presas verlieh ihm den Lakan Walo (8.Dan) Modern Arnis und ernannte ihn gleichzeitig zum Großmeister. Das macht Großmeister Schnur zum höchstgraduierten IPMAF-Mitglied weltweit, ausgenommen den Philippinen. 2005 verlieh Großmeister Ernesto A. Presas ihm den Lakan Siam (9. Dan) Kombatan. Im Jahr darauf wurde Wolfgang Schnur für sein Lebenswerk bzw. seine Verdienste im Kampfsport geehrt und in die "hall of fame" der IPMAF aufgenommen.